Montag, 13. September 2010

Zu "Taxi goes Gourmet" oder... die Welt in der wir leben

Ich habe gestern in Neukölln eine neue Spezialität aus dem Reich von „Berlin arm aber sexy“ gesehen. Wollte mir gerade in Neukölln einen mittelprächtigen Riesen-Dürüm-Döner zurechtsägen lassen, da nahm der Dönermann für die vor mir in der Schlange stehenden türkischen Mädchen das Dönerbrot aus dem Grill, die er mit scharfer und mit Knoblauchsoße bestrich. Ich dachte: Oh Allah, das kann ja dauern, vier Döner müssen noch vor mir gesägt werden! Aber: das Gemüs und Dönerfleisch für die vier Dürr-Döner fiel aus... und die dünnsten metavegetarischen (weil auch gemüsefreien) Döner, die ich je sah, wurden in Alufolie verpackt. Mit dem denkbar schlechtestem Gebiß ließ ich mir, als die Türkengirls gegangen waren, meinen Dürüm-Döner extrafett mit all dem füllen, was die KundInnen/KurdInnen vorher nicht auf ihren Fladen hatten. Gerne hätte ich den Mädels das Fehlende spendiert, aber meine Angst vor medialverseucht-mißtrauischen Müttern oder den auch in Neukölln schon freilaufenden Emanzen als böser Döneronkel verkannt zu werden, ließ mich von dieser Hilfsaktion gegen die Kinderarmut und den Hunger in der Stadt abstand nehmen. Mein einziger recht altfränkischer Trost war:

In der allergrößten Noth schmeckt Knoblauchsoß auf Fladenbrodt.


P.S. :
Leider habe ich nicht mitbekommen, wieviele €-Centavos die vier Hartz-Mädchen ohne Kopftuch für den Sarrazindöner gezahlt haben. Ansonsten könnte ein besonderer gastronomischer Geheimtipp draus werden.

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